MUAI – Traditionelles Boxen (Das originale Muay Boran)

MUAI (auch DTIE MUAI oder MUAI DUEKDAMMBAN) ist traditionelles Boxen unter Verwendung der vier körpereigenen Waffenarten Faust, Fuß, Ellenbogen und Knie.

Um in Friedenszeiten zu überleben, hielten Pahuyuth Freikämpfer etwa ab 900 nach Chr. Improvisationskämpfe mit Faustschlägen, Tritten, Ellenbogen- und Kniestößen ab. Daraus entstand eine neue Kampfmethode namens MUAI aus der später der thailändische Nationalsport Muay Thai (Thaiboxen) und andere südostasiatische Kampfstile hervorgingen.

Als direkter Ableger des LING LOM erwies sich das MUAI als äußerst effektiv im Nahkampf, weshalb es von den damaligen Freikämpfern in das Pahuyuth zurückgeführt und in seiner ursprünglichen Form bewahrt wurde. Aufgrund seiner einzigartigen Herkunft kann MUAI als das „originale Muay Boran“ (altertümliches Muay) bezeichnet werden.

In der Anfängerstufe wird MUAI noch mit 8oz. Boxhandschuhen trainiert. Ab der Mittelstufe entfallen diese und fortgeschrittene Schüler beziehen ebenso Bodenkampftechniken aus dem LING LOM mit ein.

Durch die Fokussierung auf unreglementiertes Kämpfen mit blanken Fäusten, eignet sich MUAI hervorragend für moderne Selbstverteidigungszwecke und bietet lernwilligen Schülern einen praxisnahen Einstieg ins Pahuyuth.

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MUAI ist wie fliessendes Wasser …

MUAI and MUAY THAI

Wir werden häufig gefragt, wo die Unterschiede zum thailändischen Nationalsport Muay Thai (Thaiboxen bzw. Muay Veti) bzw. zum Thai-Kickboxen liegen. Die wichtigsten Fakten zu diesem Thema haben wir in einem eigenen Blogbeitrag zusammengetragen.

„No Sports! - Die Unterschiede zwischen MUAI und Muay Thai“ Blog Cover

MUAI – The original Muay Boran

Durch den Film ONG BAK mit Tony Jaa in der Hauptrolle wurden traditionelle Kampfstile aus Thailand weltweit bekannt. Was nur die wenigsten wissen: Das sogenannte „altertümliche Muay“ (Muay Boran) ist kaum älter als der oben genannte Film aus dem Jahr 2003 und hat nur wenig mit alten Kriegskünsten gemein.

Muay Boran wurde Mitte der 1990er Jahre entwickelt als das MMA (mixed-martial arts) begann das Muay Thai aus dem Markt zu verdrängen. Eine wirtschaftlich orientierte Interessengemeinschaft aus Thailand erschuf daraufhin ein loses Curriculum aus Techniken, die nicht mehr in sportlichen Wettkämpfen (Muay Veti) erlaubt waren und fantasievollen Showtechniken, die aus einer Zeit nach dem Rückzug der alten Freikämpfer stammen.

Zur besseren Abgrenzung kam das Tragen von Handbandagen und Seilen in Mode. Angeblich sollen diese von Kriegern auf dem Schlachtfeld genutzt worden sein. Dies scheint jedoch unlogisch, wenn man bedenkt, dass auf historischen Schlachtfeldern stets Waffen (z.B. Thai-Schwerter) genutzt wurden, die man kaum fachgerecht mit bandagierten Händen führen kann.

Muay Boran war und ist für viele ein gutes Geschäft. Ob der thailändischen Kultur damit ein Gefallen getan wurde, liegt im Auge des Betrachters.

Anders als das Muay Boran, vermag das in der Pahuyuth Schule in Berlin gelehrte MUAI auf eine mehr als eintausend Jahren Geschichte und Entwicklung zurückzublicken und kann somit tatsächlich als „altertümlich“ eingestuft werden. Aus diesem Grund bezeichet man MUAI als „das originale Muay Boran“.

Die traditionelle Fußbegrüßung

MUAI wird traditionell ohne Zahnschutz, Kopfschutz, Brustschutz, Matten oder Schienbeinschoner trainiert. Anfängern dieser Disziplin werden 8oz. Boxhandschuhe und gegebenenfalls ein Unterleibsschutz zugestanden.

MUAI Schüler (Grüngurt) trainieren zu Beginn ihrer Laufbahn nur mit Faust- bzw. Boxtechniken. Erst bei Erreichen eines bestimmten Kenntnisstandes werden sie in die hohe Kunst des Kickens eingeführt. Dies geschieht seit jeher mit der sogenannten „Fußbegrüßung“.

Die Fußbegrüßung ist ein Ritual bei dem der zu initiierende Schüler ein Partnertraining mit all jenen ausführt, die selbst schon einmal durch diese Initiation hindurchgegangen sind. Ihm oder ihr ist es dabei gestattet sich nach belieben mit Faust- und/oder Knietechniken zu verteidigen.

Obwohl diese einzigartige Erfahrung zumeist mit extremen Schmerzen verbunden ist, verfehlt diese Prozedur nur selten ihr Ziel. Bei fachgerechter Ausführung, kann die Fußbegrüßung dabei helfen den Körper und die Psyche des Schülers auf den Umgang mit Kicktechniken vorzubereiten.

Für gewöhnlich hält dieser Effekt ein Leben lang und ersetzt Schienbeinabhärtung und Schienbeinschoner.

Die traditionelle Fußbegrüßung wird in der Pahuyuth Schule Berlin seit über vierzig Jahren praktiziert. Bislang ist jeder einzelne Schüler erfolgreich durch diese Prozedur hindurchgegangen.

Für Praktizierende der Disziplin MUAI gilt es gemeinhin als große Ehre und Freundschaftsdienst, einem anderen Freikämpfer bei der Fußbegrüßung zu initiieren.

Bare-Knuckle – Kämpfen ohne Handschuhe und Bandagen

MUAI Training in Berlin

Die Zugangsvorraussetzung für die Disziplin MUAI ist der Pahuyuth Schülerstatus (Grüngurt), der ein Bestehen der Aufnahmeprüfung voraussetzt.

Die Zulassung zur Aufnahmeprüfung erfordert in der Regel eine Teilnahme am Probeschülerkurs.

… und nicht wie ein Baum der in der Erde steht.

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