DAB – Traditioneller Thai Schwertkampf in Berlin

DAB (Schwert) ist traditioneller Waffenkampf mit armlangen Gegenständen als improvisierte Waffen und Thai-Schwertern, die sowohl einzeln oder als Doppelschwert geführt werden können.

Das Thaischwert (DAB) stammt ursprünglich von einem einfachen Reisschlagstock (Gab) bzw. einer Unkrautsense (Gab Glie) ab. Als improvisierte Waffen wurden diese Werkzeuge bereits vor mehr als 4000 Jahren gegen chinesische Eindringlinge genutzt und im Laufe der Zeit zu Kampfschwertern weiterentwickelt.

Typisch für diese Schwertkampfart sind die Nutzung des eher mittig gelegenen Schwerpunktes, der für eine hohe Drehgeschwindigkeit und komplexe Bewegungsmuster sorgt, sowie die Verwendung des Griffendes mit dem stumpfe Schläge ausgeführt werden können.

Authentische Thaischwertkunst wird stets mit schweren Trainingswaffen aus Holz oder Stahl trainiert, niemals jedoch mit leichtem Rattan oder Bambus.

Die Pahuyuth Schule in Berlin ist die weltweit einzige Schule in der das berühmt-berüchtigte DAB NARESUAN (auch bekannt als „Schwert von Ayutthaya“) gelehrt wird. Eine spezielle Einhand-Schwertform, die von einer paramilitärischen Spezialeinheit unter der Regentschaft von König Naresuan (1590-1605 A.D.) entwickelt und insgeheim weitergegeben wurde.

Ein Thai Schwert ist kein Hammer …

Typologie des DAB

Thai-Schwerter (DAB) sind weltweit einzigartig und mit keiner anderen Schwertart verwandt. Sie gehören zu den armlangen, einhändig geführten und einseitig geschliffenen Blankwaffen und sind in drei gleichlange Abschnitte unterteilt. 

Der erste ist das sogenannte Schwertgesicht (Schwäche), das von der Spitze der Klinge aus etwa ein Drittel der Klingenlänge misst. Es wird vor allem zum Angriff verwendet. Der untere Klingenbereich (Stärke) wird als Schwertfang bezeichnet und dient zur Abwehr. Während die scharfe Seite der Klinge zum Hacken, Schneiden oder Reißen verwendet wird, kann der stumpfe Rücken des Schwertes zur materialschonenden Abwehr von Angriffen und zum Zertrümmern von Knochen verwendet werden. Bei manchen Schwertern befinden sich auf der Klinge ein eingravierter Schriftzug oder Symbole, denen eine magische Wirkung nachgesagt wird.

Bedingt durch die geringe Reinheit und Qualität des südostasiatischen Stahls neigen diese Schwerter seit je her zu einem verhältnismäßig starken Verschleiß. Ein aggressives Aneinanderschlagen der Klingen wird daher vermieden. Ein Thai-Schwert ist kein Hammer – folglich wird die Schlagkraft des gegnerischen Angriffs vorzugsweise zur Repositionierung der eigenen Klinge und zur Schlagkraftgewinnung für Konterangriffe genutzt. In Kriegszeiten wurden Schwertklingen gelegentlich durch verwesende Leichen oder Exkremente gezogen, um die Wirkung der Klinge durch das Leichengift und bakterielle Infektionen zu verstärken.

Bild: Dab (Dab Ayutthaya)

Zwischen Klinge und Schwertgriff befindet sich manchmal ein sehr kleines Stichblatt. Ein Handschutz ist bei Freikämpferschwertern nicht vorgesehen, da dieser das Führen des Schwertes beeinträchtigen würde. Anders als bei anderen Schwertkampfarten liegt zwischen einem Schwertkämpfer und der Klinge seines Gegners ausschließlich das kämpferische Vermögen und das Geschick desjenigen der das Schwert führt. 

Der Schwertgriff (Gehilz) umfasst ein weiteres Drittel des Schwertes und dient der Balance. Traditionell verfügt das Schwert über einen runden Griff, der sicheren Halt und einen flüssigen Wechsel der Griffart (Klinge oben oder unten) ermöglicht. 

Den Abschluss bildet das Griffende (Pommel), welches bei manchen Schwertern mit einem soliden Stahlknauf verstärkt wird. Stiche mit der Schwertspitze (Ort) sind wegen der Krümmung der meisten Schwerter und der oft breit zulaufenden Klingenspitze eher unüblich. Stattdessen wird vorzugsweise mit dem Griffende gestochen bzw. zugestoßen. Man sagt, es seien im Laufe der Zeit mehr Menschen durch den Knauf als durch die Klinge eines solchen Schwertes gestorben. 

Die Schwerthülle (Scheide) besteht üblicherweise aus Hartholz und kann aufgrund ihrer hohen Stabilität zur Abwehr und zum Angriff genutzt werden. Die ursprüngliche Form des Kampfes mit dem Doppelschwert wird mit der Hülle in der einen und dem Schwert in der anderen Hand ausgeführt. Das an der Hülle angebrachte Seil dient vor allem zu Transportzwecken und zur Sicherung der Schwerthülle. Bei Lehrerschwertern können die quer verlaufenden Bänder oder Striche ein Hinweis auf die bereits absolvierten Lehrjahre sein.

Thai-Schwerter sind nicht kopflastig sondern ausgewogen. Sie werden nahe am Balancepunkt des Schwertes gehalten. Dies sorgt für eine hohe Drehgeschwindigkeit und ermöglicht komplexe Bewegungsmuster durch Richtungsänderungen. Daumen, Zeigefingeransatz und Zeigefinger fungieren dabei als Drehachse, während das Öffnen und Schließen der Hand den Drehschwung erzeugt. Schwerthiebe können somit nicht nur aus dem Arm bzw. der Körperdrehung, sondern auch aus der Hand bzw. dem Handgelenk erzeugt werden.

Ein versierter DAB-Kämpfer versteht sowohl mit einem als auch mit zwei Schwertern (bzw. einer Schwerthülle) umzugehen. Die Kampfführung mit nur einem Schwert wird grundsätzlich bevorzugt und gilt als die höchste Form des Schwertkampfes. Er beherrscht ebenso den Kampf mit armlangen Gegenständen (z.B. Baseballkeulen, Schlagstöcken und Knüppeln) und den Kampf gegen einen oder mehrere Gegner mit gleicher oder unterschiedlicher Bewaffnung. 

Ein DAB-Kämpfer integriert körpereigene Waffen (Faust, Fuß, Ellenbogen und Knie) ebenso wie Bodenkampf und Grifftechniken in seinen Kampfstil. Er verfügt über ein ansehnliches Repertoire an Knaufangriffen und Drehtechniken. So ist es ihm möglich, die gegnerische Waffe zu manipulieren (Winden im Band) und in sehr engen Umgebungen (z.B. im Dschungel oder auf dem Schlachtfeld) mit tödlicher Präzision zu agieren.

Schwert Handhabung

Schwertkampf Techniken

DAB Schüler der Basisstufe (Grüngurt) lernen 152 Schultechniken.

Pahuyuth kompendium techniques handbook square

Das Pahuyuth Kompendium enthält die 152 Schultechniken des DAB.

DAB – Das originale Krabi Krabong

Nach dem Hinrichtung von König Tak Sin im Jahr 1782 AD zogen sich die alten Pahuyuth Freikämpfer aus der Öffentlichkeit zurück. Sie gingen in den Untergrund und nahmen das Wissen über thailändischen Schwertkampf (DAB) mit.

Jahrzehnte später, während der Regentschaft von König Rama II (1809-1826 n.Chr.), entwickelten Angehörige des Königshauses ein unterhaltsames Bühnenfechten für noble Menschen: Das sogenannte Krabi Krabong.

Das Krabi Krabong ist bislang noch nie im Kriegseinsatz gewesen, geschweige denn dafür konzipiert worden. Dennoch wird es vielerorts fälschlicherweise als alte Kriegskampfkunst deklariert. Aus diesem Grund kann man das in der Pahuyuth Schule in Berlin gelehrte DAB (Kriegsschwert) als das „originale Krabi Krabong“ bezeichnen.

Detaillierte Informationen zum Thema Krabi Krabong und dessen Geschichte finden sich in unserem Blog Artikel.

Die wahre geschichte des krabi krabong e1546198958472

DAB NARESUAN – Das Schwert von Ayutthaya

Nach seiner Krönung im Jahr 1590 A.D. restrukturierte König Naresuan die Streitkräfte seines Reiches neu.

Auf seinen Befehl hin wurde eine Gruppe paramilitärischer Freikämpfer (Pahuyuth) darum gebeten, das Land im Falle einer Invasion zu schützen und verdeckte Operationen durchzuführen.

Dadurch entstand ein neuer Schwertstil (DAB), der insgeheim unter den Nachfahren dieser Schwertkampfkunst weitergegeben wurde – das sogenannte DAB NARESUAN, auch bekannt als das „Schwert von Ayutthaya“.

Als indirekter Begründer dieses Stils gilt König Naresuan seither als Schwertkampflehrer honoris causa und wird von den Angehörigen des DAB NARESUAN bis zum heutigen Tage verehrt.

Traditionelle Schwerttänze (Ram Dab)

Der Tanz mit dem Schwert gehört zum überlieferten Kulturerbe der Schwertkämpfer und wird auf Wunsch an DAB Praktiker der höheren Lernstufen vermittelt. Notwendige Vorraussetzungen sind Kenntnisse des DAB und des Saiyasart. Drei Beispiele für solche Schwerttänze finden sich in nachfolgenden Videos.

Der Fluch des König Naresuan

Angehörige des DAB NARESUAN pflegen eine besondere Form des traditionellen Schwerttanzes. Wann auch immer sie die Statue des Königs in Ayutthaya besuchen, bringen sie ihren Respekt und ihre Anerkennung für König Naresuan mit einem speziellen Schwerttanz (Ram Dab) zum Ausdruck.

Der Legende nach wäre ein Schwerttanz von einer Person, die nicht würdig oder nicht fähig ist das wahre Vermächtnis der Gefolgschaft von König Naresuan zu repräsentieren, gleichbedeutend mit einer Majestätsbeleidigung. Man sagt daher, dass jene Menschen einem Fluch  zum Opfer fallen und binnen 48 Stunden nach Aufführung eines solchen Tanzes sterben würden.

Dem berühmt-berüchtigten Fluch des König Naresuan haben wir einen eigenen Blogbeitrag gewidmet.

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Thai Schwert und Europäisches Schwert

Im Jahre des Herren 2017 wurden wir von unseren Freunden von der Bruderschaft der Askanier eingeladen, am mittelalterlichen Burgfest auf der Burg Ziesar teilzunehmen.

Der gegenseitig empfundene tiefe Respekt und die Neugier auf den Schwertstil des jeweils anderen führt zu einem interessanten Wissensaustausch. Teile dieses denkwürdigen Aufeinandertreffens von Kämpfern und Klingen aus unterschiedlichen Kulturen haben wir aufgenommen und in nachstehendem Video verarbeitet.

Mehr über die Bruderschaft der Askanier: Zur Website

Der Tag, an dem die Fische anfingen zu zucken

08. April 2007 (AD): Zum ersten Mal, seit den frühen 1950er Jahren trafen sich Schüler und Lehrer verschiedener thailändischer Kampfstile im Royal Park, um frei über ihre Stile zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen.

Die Gesamtheil der thailändischen Kampfstile war stets sehr variantenreich und weit gestreut, weshalb Kampfkünstler, und -sportler verschiedener Stile, wie MUAI, PAHUYUTH, Krabi Krabong und Gila Dab an der diesjährigen Zusammenkunft teilnahmen.

Vor langer Zeit begab es sich, dass eingelegte Fische auf Ayutthaya’s altem Marktplatz plötzlich anfingen zu zucken. Man hielt dies für ein Omen, das den Beginn einer burmesischen Invasion prophezeien würde und rief hunderte thailändische Krieger aus ganz Thailand herbei, um ihr Land zu verteidigen.

In Entsprechung dieses bekannten historischen Ereignisses, war das Motto der diesjährigen Zusammenkunft: „Der Tag, an dem die Fische anfingen zu zucken“

Thai Schwert Training in Berlin

Du interessierst Dich für Schwertkampf und möchtest eine DAB-Ausbildung an der Pahuyuth Schule in Berlin beginnen?

Pahuyuth verfügt über ein traditionelles Ausbildungs- und Vermittlungskonzept mit Gurtstufen. Das Ziel unserer Lehrmethodik ist eine fundierte und sichere Kampfkunstausbildung im körperlichen wie im geistigen Sinne zu ermöglichen. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass gefährliches Wissen in die falschen Hände gerät und Schaden verursachen kann.

Die Zugangsvorraussetzung für die Disziplin DAB ist der Pahuyuth Schülerstatus (Grüngurt), der ein Bestehen der Aufnahmeprüfung voraussetzt.

Die Zulassung zur Aufnahmeprüfung erfordert wiederum eine Teilnahme am Probeschülerkurs.

Interesse? Dann besuche unsere Probetrainingsseite!

… deswegen führt man es nicht einen Hammer.

DAB Videos & Blogbeiträge

Wie viel wiegt ein Thai Schwert?www.pahuyuth.com
König naresuan fluch geschichte thai schwert kampf ritual e1546197696526www.pahuyuth.com
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