GRABONG – Traditioneller Stockkampf

GRABONG (Stock, Stockkampf) ist traditioneller Waffenkampf mit körperlangen Gegenständen, wie Stöcken, Speeren oder Besenstielen als improvisierte Waffen.

Südostasiatische Wanderer und Mönche haben seit je her einfache Bambusstäbe genutzt, um Proviant und Gepäck zu transportieren. Der Legende Zaiyuh zufolge, war es der Mönch Tang Gam Jang, der bei seiner Überbringung der buddhistischen Lehre nach China durch das von den Thai besiedelte Gebiet Nanjauw zog, wobei ein magischer Langstock zum Einsatz kam.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass findige Pahuyuth Freikämpfer schon viel früher solche Stöcke zum Schutz gegen Wegelagerer und Wildtiere genutzt haben.

Ein typischer Freikämpfer GRABONG ist ein gleichmäßiger, etwa körperlanger Langstock aus schwerem Holz. Antike Kriegsstöcke wurden zusätzlich mit geflochtenem Stahldraht ummantelt oder mit Metallplatten vernietet, um Schwerthieben standhalten zu können.

Die Besonderheit des GRABONG sind die komplexen Drehtechniken, die diese einzigartige Disziplin von den meisten Stockkampfmethoden unterscheiden und eine Anwendung in engen oder unübersichtlichen Umgebungen möglich machen. Man sagt, ein guter GRABONG Kämpfer kann seinen Langstock so geschickt bewegen, dass er so geschmeidig wie ein Seil wirkt.

Eine Schlange …

Typologie des GRABONG

Ein typischer Freikämpfer-GRABONG ist ein gleichmäßiger, körperlanger Langstock aus schwerem Hartholz. Antike Kriegsstöcke wurden zusätzlich mit geflochtenem Stahldraht ummantelt oder mit Metallplatten vernietet, um Schwerthieben besser standhalten zu können. 

Üblich und relativ weit verbreitet waren einfache Stöcke (Plong), Fischerspeere (Hog) und auf Schlachtfeldern erbeutete Speere und Glefen (Twoun, Twoun Song Nahh, Ngauw und Ngamm). Auch Vorderladergewehre konnten im Notfall wie Stöcke geführt werden, falls keine Zeit zum Nachladen war. In heutiger Zeit gehören vor allem Billardqueues, Besenstile und Straßenschilder zu den von GRABONG-Kämpfern verwendeten Waffen.

Der Stockkampf im Sinne des GRABONG erfordert eine reine Bewegungsharmonie von Körper und Langstock, die sich während des Kampfes nicht behindern dürfen. Dies setzt verschiedene Handhabungs- und Drehtechniken von und zu jeder Körperposition voraus. Sie unterscheiden sich deutlich von artistisch geprägten Stockdreharten (Jonglieren, Spinning, Feuerstab, etc.). Man sagt, die Kunst einen GRABONG fachgerecht zu führen besteht darin, ein sperriges Objekt wie einen Langstock so geschickt zu bewegen, dass er weich wie ein Seil wirkt und dadurch mühelos die gegnerische Verteidigung überwindet. Eine Schlange kennt keine Hindernisse. Ein GRABONG kann einhändig und beidhändig geführt werden. Die gesamte Länge des Stocks wird zum Angriff und zur Abwehr genutzt.

Obwohl der GRABONG eine verhältnismäßig lange Waffe mit entsprechend hoher Reichweite ist, wird er selten in dieser Art genutzt. Anders als andere Stockkampfstile erfordert diese Kampfart nicht zwingend ein freies Feld. Das GRABONG wurde ausdrücklich für eine Nutzung in engen und unübersichtlichen Umgebungen (z.B. im Dschungel oder auf dem Schlachtfeld) konzipiert. Die Kampfdistanz der körpereigenen Waffen (Faust, Fuß, Ellenbogen und Knie) wird dabei durch den Stock verlängert. Umgekehrt stellen die im GRABONG enthaltenen waffenlosen Kampfmethoden (speziell die Kicktechniken) eine Verkürzung bzw. Ergänzung der Stockkampftechniken dar. Ähnlich wie beim DAB wird auch im GRABONG der Drehmittelpunkt der Waffe genutzt, um die Kraft eines gegnerischen Angriffes in eine Kontertechnik umzuleiten. 

Ein versierter GRABONG-Kämpfer versteht es mit Langstöcken und körperlangen Objekten aller Art umzugehen. Er bezieht dabei sowohl körpereigene Waffen als auch Bodenkampf in seinen Kampfstil ein. Durch seine Handhabungstechniken wechselt er zwischen verschiedenen Handpositionen und Distanzen. Bei Kontakt manipuliert er die gegnerische Waffe zu seinen Gunsten. Multidisziplinär ausgebildete GRABONG-Kämpfer können ihren Stock wechselweise wie einen Langstock (komplette Stocklänge), ein (Thai-)Schwert (halbe Stocklänge) oder ein Messer (eine sechstel Stocklänge) führen. Etwaige Kenntnisse aus dem LING LOM verwendet er, um beispielsweise Hebeltechniken anzusetzen oder die Balance des Gegners zu stören. 

GRABONG Schüler der Basisstufe (Grüngurt) lernen 142 Schultechniken.

Pahuyuth kompendium techniques handbook square

Das Pahuyuth Kompendium enthält die 142 Schultechniken des GRABONG.

Authentischer Stockkampf – Grabong, nicht Krabong

Nach dem Hinrichtung von König Tak Sin im Jahr 1782 AD zogen sich die alten Pahuyuth Freikämpfer aus der Öffentlichkeit zurück. Sie gingen in den Untergrund und nahmen das Wissen über thailändischen Stockkampf (GRABONG) mit.

Jahrzehnte später, während der Regentschaft von König Rama II (1809-1826 n.Chr.), entwickelten Angehörige des Königshauses ein Bühnenfechten für noble Menschen, das als „Spiel, Sport und Unterhaltung“ dienen sollte. Das Krabi Krabong.

Weil das Krabi Krabong im Gegensatz zum GRABONG bislang noch nie im Kriegseinsatz gewesen ist, aber fälschlicherweise als alte Kriegskampfkunst deklariert wird, verwenden wir stets die Schreibweise mit „G“ am Anfang.

Detaillierte Informationen zum Thema Krabi Krabong und dessen Geschichte finden sich in unserem Blog Artikel.

Die wahre geschichte des krabi krabong e1546198958472

STOCKKAMPF TRAINING IN BERLIN

Die Zugangsvorraussetzung für die Disziplin GRABONG ist der Pahuyuth Schülerstatus (Grüngurt), der ein Bestehen der Aufnahmeprüfung voraussetzt.

Die Zulassung zur Aufnahmeprüfung erfordert in der Regel eine Teilnahme am Probeschülerkurs.

… kennt keine Hindernisse.

Mehr GRABONG