Systematische Nomenklatur

Als Systematische Nomenklatur des Pahuyuth bezeichnet man die systematische und international einheitliche Namensgebung für Pahuyuth-Techniken.

  • Das Pahuyuth-Curriculum umfasst über 1.000 Techniken, systematisch geordnet nach Disziplin und Technikart.
  • Verzicht auf Fantasienamen und thailändische Begriffe betont die historische Neutralität.
  • Die klare Struktur erleichtert das Lernen und fördert die Authentizität des Kampfsystems.

Was ist die Systematische Nomenklatur des Pahuyuth?

Als Systematische Nomenklatur des Pahuyuth bezeichnet man die systematische und international einheitliche Namensgebung für Pahuyuth Techniken.

Hintergrund

Pahuyuth besteht aus sieben verschiedenen Disziplinen, die einzeln erlernt und nahtlos kombiniert werden können. Die Anzahl der überlieferten Kampftechniken liegt disziplinübergreifend bei über 1.000 Einzeltechniken. Für Unterrichtszwecke wurden die Disziplinen und Techniken des Pahuyuth strukturiert und mit einer eigenen systematischen Nomenklatur versehen. Diese erlaubt eine präzise Zuordnung der Techniken nach Pahuyuth Disziplin, Technikart und Technik.

Keine Trivial- oder Fantasienamen

Um eine möglichst sprach- und kulturneutrale Form zu gewährleisten, wurde auf die Verwendung von Fantasie- oder Trivialnamen verzichtet. Erfahrungsgemäß führt die Verwendung von Fantasienamen im praktischen Lernprozess regelmäßig zu Missverständnissen und ist aus historischer Sicht nicht wirklich als „traditionell“ einzuordnen.

Überlieferte Begriffe wie „Hanuman überreicht den Ring“ (Hanuman Tawai Waen) nehmen beispielsweise Bezug auf die Rammakiern Sage. Diese fand jedoch erst im 19. Jh. n. Chr. in Siam Verbreitung, also lange nach dem Rückzug der alten Pahuyuth-Freikämpfer. Die Verwendung solcher Fantasienamen kann folglich als Indiz dafür gewertet werden, dass ein Kampfstil weniger als 200 Jahre alt ist und somit nicht den traditionellen Kampfstilen angehört.

Keine thailändischen Sprachbegriffe

Ähnliches gilt auch für die Verwendung von thailändischen Sprachbegriffen. Pahuyuth ist wesentlich älter als die Thai Sprache und wurde seit jeher von Angehörigen verschiedener Ethnien praktiziert. Bis auf die Bezeichnung „Pahuyuth“ (ursprünglich aus dem Sanskrit), den Eigennamen der Disziplinen und einige weltweit gebräuchliche anatomische Begriffe wird daher weitgehend auf die Verwendung von Fremdwörtern verzichtet.

Ist das überhaupt noch traditionell?

Die Antwort auf diese Frage lautet eindeutig „Ja“. Zum einen ist Pahuyuth ein Kampfsystem, das sich seit gut 4.500 Jahren ständig weiterentwickelt und zum anderen hatten die alten Freikämpfer gänzlich andere Sorgen als sich fantasievolle Namen für ihre Kampftechniken auszudenken.

Als Angehörige des einfachen Volkes hatten die wenigsten von ihnen Zugang zu Bildung (Lesen und Schreiben war damals ausschließlich der herrschenden Klasse vorbehalten) und für die Wirkung einer Kampftechnik war ist und bleibt der Name der Technik letztendlich völlig unerheblich. Die moderne Faszination an der Benennung von alten Techniken entstand auch im Westen erst durch den Einfluß chinesischer Filme in den 70er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts.

Einteilung der Vorstufentechniken

Schüler der Vorstufe lernen insgesamt 45 Techniken. Die Techniken der Vorstufe (Gelbgurt) werden in LS-01 (Körperliches Einsetzen), LS-02 (Abwehrkenntnis) und LS-03 (Sicherheitswissen) eingeteilt. So steht zum Beispiel das Kürzel LS-01-04 für „Lugsidt“ (Vorstufe), „Körperliches Einsetzen“, Technik 04 – ein gerader Faustschlag.

Einteilung der Fortgeschritten Techniken

Die Techniken der einzelnen Pahuyuth Disziplinen werden im Pahuyuth Kompendium entsprechend des Namens der Disziplin, der jeweiligen Technikseite und der laufenden Nummer der Technik angegeben.

So steht beispielsweise das Kürzel „MU-04-03“ für „MUAI“ (Disziplin), Seite 04 (Basistechnik), Technik Nummer 03 – ein gemischter Faustschlag.

Mehr Wissen

Fantasienamen können im Lernprozess Missverständnisse hervorrufen und haben keinen historischen Bezug zur Pahuyuth-Tradition.

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