was ist buddhismus

Als Buddhismus bezeichnet man eine der großen Weltreligionen.

Der Buddhismus bezeichnet sich selbst als eine Weisheitslehre. Er stammt, ebenso wie der Brahmanismus, aus Indien und wurde von Siddhartha, später auch Buddha genannt, ins Leben gerufen. Buddha bedeutet der Erleuchtete, bzw. ist damit auch eine zeitlose Wiederentdeckung der Weisheit gemeint. Die Weisheit bezieht sich auf die persönliche Selbstzufriedenheit durch disziplinierte Selbstfindung für das jetzige Leben. Die fundamentalen Glaubenslinien werden durch den Verzicht auf Gewalt, die Reinkarnation und das Karma gebildet.

Der Weg des Buddhismus ist der Weg der Selbstzufriedenheit, die durch Selbstbetrachtung und den Verzicht auf Äußerlichkeiten angestrebt wird. Die Weisheit definiert sich dabei durch die Interpretation der Klassifizierung von Gut und Böse sowie Himmel und Hölle.

Die Verbreitung der Weisheit, die als buddhistische Lehre bezeichnet wird, geschieht in Form einer öffentlichen Verkündung, bzw. eines öffentlichen Vortrags durch den Mönch. Der buddhistische Mönch ist von der Wahrheit, die er im Sinne Buddhas verkündet, überzeugt. Nach dem Wortlaut Buddhas konnte ein Mönch der buddhistiscben Gesellschaft beitreten, indem er sich durch einen Kahlschnitt für den symbolischen Verzicht auf gesellschaftlichen Reichtum, und durch das Tragen eines einfachen gelben Gewandes zum Buddhismus bekannte. Als Mönch und buddhistischer Lehrer verkündete er die Lehren Buddhas weiter unter den Mitmenschen. Er hat außer diesen Aufgaben keinerlei weitere berufliche Tätigkeit, die für sein Lebensauskommen sorgt. Seine Nahrung und alle sonstigen Dinge zum Leben erhält er durch Spenden.

Erst nachdem ein reicher Kaufmann einen Tempel erbaut hatte und ihn den Mönchen als Wohnsitz spendete , wurden sie ansässig und der Buddhismus begann sich zu einer Tempelkultur zu verändern. In dieser Zeit wurde neben der Verkündung des Buddhismus zusätzlich ein Gebetsritual eingeführt. Die Gebetstexte wurden mit Hilfe der Gebetstexte aus dem Brahmanismus erstellt. Die Positionen des Gebetstextes die die Gottheiten des Brahmanismus benannten , wurden in Buddha umgeändert und mittels der Interpretation der buddhistischen Lehre erweitert.

Ein typisch buddhistischer Gebetstext ähnelt dem des Brahmanismus, besteht aber nur aus zwei Formen.

  1. Der Gebetstext zur Verehrung Buddhas.
  2. Der Gebetstext für Hilferufe an Buddha.

Seitdem ist der Buddhismus als Verkündung einer Wahrheitslehre als Tempelkultur mit Gebetsritualen nach dem Muster des Brahmanismus entstanden. Das Bedeutet zugleich , das mit dieser neuen Formierung auch die Hierarchiestruktur des Buddhismus entstand. Andere Gruppierungen des Buddhismus wiederum sind durch die Vermischung mit verschiedenen Stilrichtungen und dem dort vorherrschenden Glauben verändert worden. Alles in allem erging es dem Buddhismus wie allen anderen Glaubensrichtungen auch, indem die Grundlagen der Lehre von Buddha, im Verlauf der Zeit eine Veränderung und Abweichung durch den Einfluß von innen und außen erfuhr.

Die Thais waren bereits mit dem Buddhismus in Berührung gekommen, bevor sie durch ihre Wanderungen das Gebiet des heutigen Thailand erreicht hatten. Der Buddhismus hatte sich längst in dem Gebiet des heutigen Thailand , bis hinein in die Regionen Chinas etabliert. Dabei existierten mindestens zwei große Strömungen des Buddhismus , mit denen die Thais sowohl vor als auch unmittelbar bei ihrem Einzug in das Gebiet des heutigen Thailand in Berührung kamen.

Der erste Berührungspunkt des Buddhismus mit dem Saiyasart findet sich bereits in der Vorzeit Thailands durch den Einklang zwischen Weisheitslehre und Wahrheitswissen , wobei es zu einer stillschweigenden Annahme des Saiyasart Urtextes kam. Es handelt sich um die drei Themen des Lebenszyklus , der Reinkarnation und des Karma. Der Urtext des Saiyasart wurde nach buddhistischem Verständnis neu interpretiert. Diese Interpretation findet sich in späterer Zeit bei der Schriftsammlung der tibetanischen Totenweihe, bzw. des Totenbuches beschrieben. Der Inhalt bezieht sich auf das Karma der Wesenheit als Mensch, bei dem der irdische Tod kein endgültiges Ende bedeutet, sondern vielmehr einen Abschnitt der Reinkarnation , um mit den gewonnenen Erkenntnissen für eine Wiedergeburt bestimmt sein zu können.

Andererseits ist es gleichzeitig auch der Ursprung des DAO Buddhismus , der sich danach in Richtung des heutigen China weiterentwickelte. Der Begriff DAO bedeutet Weg, bzw. der Weg des Buddhismus. Die Thais dieser Zeit betrachteten den Buddhismus nicht als Religion oder Glaubensrichtung , sondern sie verstanden ihn als Interpretation des Saiyasart Urtextes. Daher stand die Erwähnung des Buddhismus auch nicht im Vordergrund.

Bei der Einwanderung in des Gebiet des heutigen Thailand fanden die Thais einen Buddhismus vor, der sich an der Stilrichtung des Brahmanismus orientiert hatte. Somit entstand eine neue Verschmelzung zwischen dem Buddhismus und dem Saiyasart auf der einen Seite, und dem Buddhismus und dem Brahmanismus auf der anderen Seite.

Abgesehen von der Tatsache , daß der Brahmanismus und noch ältere Glaubenskulturen schon vorhanden waren , bestand der Buddhismus immer noch als unbedeutende Glaubensrichtung in seiner Anfangszeit. Erst nachdem der Buddhismus als Mittel in der Diplomatie benutz wurde, begannen die Thais ihn als eine ihrer Glaubensrichtungen zu entwickeln.

Der Buddhismus führte das Anbetungsritual unter Verwendung von Räucherstäbchen und einem Kerzenpaar ein, das ursprünglich von dem Saiyasart stammte. Dem Saiyasart zufolge standen die Räucherstäbchen als Symbol für die Transformation zwischen dem organischen und dem anorganischen Zustand der Wesenheit. Das Kerzenpaar mit der ursprünglich weißen Farbe, stand für die Wahrheitsfindung im Bezug auf die getrennte Gleichheit. Der Buddhismu s hat dieses Ritual umgestaltet , indem die Anzahl der Räucherstäbchen auf mindestens drei festgelegt wurde. Dabei galt ein Räucherstäbchen Buddha , eine s den buddhistischen Lehrern und eines den Mönchen. Das Kerzenpaar wurde in buddhistischer Farbe ( gelb ) benutzt und stand als Symbol für die Erleuchtung.

Traditionell wurden die Rituale aus dem Saiyasart ohne Anbetungen und Gesänge durchgeführt. Im Buddhismus gab es zwar Anbetungstexte, jedoch wurden keine Zeremonien und Rituale außerhalb ihrer Tempel vollzogen. Bei der Verschmelzung der beiden Richtungen vereinigten sich deshalb Rituale und Zeremonien nach dem Brauch des Saiyasart mit den Anbetungstexten der buddhistischen Mönche. Im Verlauf der Entwicklung übernahm der Buddhismus in Form von Öffentlichkeitsaufgaben die gesamten Zeremonien und Rituale, wodurch das Saiyasart weiter in den Hintergrund gedrängt.

Im Laufe der Zeit sind die Kenntnisse und das Wissen bezüglich der übernatürlichen Phänomene auch zu den Buddhisten gelangt. Dadurch befaßten sich die Buddhisten mehr und mehr mit den anorganischen Wesenheiten und den verschiedenartigen magischen Kräften. Das Beerdigungsritual der Gläubigen wurde auch bei den Buddhisten eingeführt. Als Besonderheit galt die Erstellung magischer Gegenstände , die fälschlicherweise immer wieder mit dem Buddhismus in Verbindung gebracht wurde. Die magischen Abzeichen und Sprüche die ursprünglich von dem Saiyasart stammten, wurden ebenfalls nach buddhistischem Muster abgeändert oder ganz ausgelassen. Nur die, die sich durch ihre Magie bedingt weder umändern ließen , noch auszulassen waren , wurden in ihrer Ursprungsform beibehalten. Amulette und Anhänger mit unterschiedlichen gespeicherten magischen Kräften, als Schutzpatrone oder Glücksbringer , sind ein Beispiel dafür. Diese Art des Buddhismus existiert nur in der Region, in der die Verschmelzung zwischen dem Buddhismus und dem Saiyasart stattgefunden hat. In anderen Beschreibungen dieser Stilrichtung ist sie unter dem Namen thailändischer Buddhismus bekannt.

Die Meditationslehre mit buddhistischem Ursprung , bzw. von Buddha selbst, ist eine Betrachtungsmeditation. Die Betrachtungsmeditation besteht aus drei Betrachtungsphasen.

  1. Die Grundmeditation (Samatih) ist eine Konzentration der Gedanken auf sich selbst und die Betrachtung des Bewusstseins.
  2. Die Aspektmeditation (Vipassana) ist eine Konzentration der Gedanken auf andere Wesenheiten und die Betrachtung des Lebenszyklus, bzw. den Verlauf der Reinkarnation.
  3. Die Karmameditation (Nipan) ist eine gedankliche Auseinandersetzung mit dem Karma und der Betrachtung des Sinns im Dasein.

Im gesamten Verlauf der Entwicklung des Buddhismus, ist teilweise auch die Ursprungsform des indischen Buddhismus , der lankanesische Buddhismus und der tibetanische Budddhismus über Burma nach Thailand mit eingeflossen. Teilweise wurde auch von thailändischen Königen die Übersetzung der buddhistischen Weisheitslehre (Pra Tamm) in der Form der Urfassung erbeten. Der thailändische Buddhismus in der heutigen Zeit kann in zwei Gruppierungen unterschieden werden. Erstens der durch das Saiyasart geprägte Buddhismus (Nigay), und zweitens der durch den Bramanismus , bzw. lankanesischen Buddhismus geprägte Buddhismus (Tammayuth).

Der Inhalt der buddhistischen Gebetstexte wurde an verschiedenen Stellen abgeändert , bzw. überarbeitet , und bestand unter dem Namen Pra Treipidock (drei Wissensgebiete).

  1. Die buddhistische Selbstdisziplin (Pra Vinay), die die Rahmenbedingungen und die Disziplinordnung als Mönch festlegt.
  2. Die buddhistische Formel (Pra Suhdt), die sich aus Gebetstexten für verschiedene Anbetungsrituale ergibt, und orientiert auf eine Tempelkultur geschrieben ist.
  3. Die buddhistische Lehre (Pra Tamm) ist als Kernpunkt der Weisheitsverkündung des Buddhismus festlegt.

Die magischen Bereiche aus dem Saiyasart wurden dabei unter Verschluß gehalten. Einerseits weil das Saiyasart als besonderer Zweig in den Buddhismus integriert werden sollte, und andererseits um die magischen Fähigkeiten unter buddhistischer Herrschaft kontrollieren zu können.

Nach offizieller Aussage steht der Buddhismus dem Saiyasart als niedrigen Wissen (Deraschan Vicha) mit ablehnender Haltung gegenüber. Lediglich der Teil des Saiyasart, der auch im Buddhismus integriert ist gilt als buddhistische Magie, die für gute Zwecke begründet worden ist.

Die Magie des Buddhismus wird in drei Formen praktiziert:

  1. Eine Ritual-Magie , die für verschiedene Kulturereignisse benutzt wird ( der Einzug in ein neues Haus, die Zeremonie für Neugeborene oder bei Beerdigungen).
  2. Eine Schutzpatronen-Magie für die Erstellung von Amuletten, Anhängern und sonstigen magischen Gegenständen für die verschiedensten Zwecke.
  3. Die Textcode-Magie, die die acht magischen Sprüche aus dem Brahmanismus für den Buddhismus umgeändert hat.

Der Buddhismus gilt für die Thailänder als ihre Hauptreligion und verfügt über die höchste Anzahl von Anhängern.