was ist treibsandkampf

Als Treibsandkampf (Muai Torranie Sub) bezeichnet man eine Kampftaktik des MUAI bei der der Gegner durch massierte Angriffe auf einen bestimmten Zielbereich kampfunfähig gemacht wird.

Durchführung

Der „Kampf der treibenden Erde“ ist ein typischer Distanzkampf (Wong Nog), der den Gegner durch überwiegenden Einsatz von Faust und Fußtechniken auf Distanz hält. Man vermeidet es den Gegner in eine direkte Konfrontation zu verwickeln, hält ihn jedoch im Mittelpunkt, um aus der Distanz heraus beständige Angriffe auszuführen.

Der Kämpfer ist ständig in Bewegung und führt Angriffskombinationen aus. Diese Angriffskombinationen bestehen aus einer Angriffstechnik als Eröffnung, und werden mit einem Fussstoß, einem geraden Faustschlag oder einem Schritt rückwärts beendet, um die Distanz zum Gegner beizubehalten und die Angriffe fortsetzen zu können.

Der Kämpfer sucht sich ein bestimmtes Körperteil seines Gegners als Angriffsziel aus, um seine Standfestigkeit oder Beweglichkeit zu beeinträchtigen. Gegen dieses Körperteil führt der Kämpfer den Angriff dann in zwei Phasen.

Phase 1: Den Gegner in den Treibsand schicken

Die erste Phase versucht die gegnerische Abwehrtechnik zu durchbrechen, und die zweite Phase den Gegner zu zerstören. Demzufolge erzwingt der Kämpfer die Aufgabe seines Gegners durch die Minderung seiner Kampffähigkeit oder nimmt ihm seine Abwehrmöglichkeiten für die bevorstehende zweite Phase.

Ein Beispiel wie es zu der Bezeichnung Torranie Suub gekommen ist. Ein Kämpfer nimmt die Beine seines Gegners als Ziel seines Angriffs. Er wird zuerst das vordere Bein des Gegners angreifen, um dadurch eventuelle Schritte seines Gegners zu verhindern. In den meisten Fällen ist die erste Technik ein tiefer Kick (Low Kick) von Schienbein auf Schienbein, während einer vorwärts gerichteten Angriffsbewegung des Gegners. Der Angriff wird solange durchgeführt, bis der Gegner es fast nicht mehr benutzt, oder es gegen sein hinteres Standbein auswechselt. Das Standbein beherrscht im Normalfall nicht so gefährliche Fußtechniken, und der Kämpfer kann in die zweite Phase übergehen. Falls doch, dann muss die erste Phase auch für das nun vorne befindliche Standbein bis zum erwarteten Ergebnis durchgeführt werden.

Phase 2: Den Gegner aus dem Treibsand erlösen

Die zweite Angriffsphase wird entweder mit einem Kick auf den Oberschenkel (innen oder außen), oder durch eine starke Abwehrtechnik gegen einen schlecht ausgeführten Kick des Gegners geführt. Allmählich wird die Kampfbereitschaft des Gegners durch das geschwächte Standbein keine Standfestigkeit mehr aufweisen, und das Angriffsbein aufgrund der Verletzung kaum mehr einen ernst zu nehmen- den Angriff durchführen können. Hinzu kommt der zusätzliche Mangel an Beweglichkeit des Gegners, dessen Beine sich anfühlen, als ob sie in den Boden gezogen würden (Torranie Suub).

Ab diesem Zeitpunkt kann der Kämpfer seine spektakulären Techniken ausführen und die Finaltechnik für den Kampf bestimmen, ohne dass sein Gegner eine Chance zur Abwehr hat. Wahlweise kann er seinen Gegner aber auch weiterhin im sprichwörtlichen Treibsand versinken lassen und ihn damit zusätzlich quälen und demütigen.

Historische Bedeutung

In früheren Zeiten wurde bei MUAI-Kämpfen auf die erfolgreiche Durchführung oder Vereitelung von Techniken gewettet. Der Ausgang eines Kampfes war dabei sekundär, denn die eigentliche Faszination lag darin zu sehen, ob es einem Kämpfer gelänge, seine Techniken und Taktiken erfolgreich durchzusetzen oder nicht. Erst durch die Industrialisierung des Muay Thai verschob sich der Schwerpunkt auf, für die breite Masse leicht verständliche, Punkte, Siege und Niederlagen.

Die Treibsandkampf-Taktik war sehr beliebt gegen junge und unerfahrene Gegner, und stellt zugleich eine Art Platzverweis dar, bei dem der Kämpfer dem Publikum seine spektakulären Techniken (Jabb Nahh Muai) demonstriert.

Während für die meisten Zuschauer die spektakuläre Demontage durch rohe Gewalt am reizvollsten gewesen sein dürfte, wird es für Kenner der Materie vor allem um die Frage gegangen sein, ob sich ein Kämpfer der Wirkung des Treibsandes entziehen konnte. Zum Beispiel durch durch einen unerwarteten „Cobrabiss“ (siehe Cobrakampf) oder durch ein Negieren von Distanzkampf durch einen ausgewiesenen Nahkämpfer oder durch das beständige Mauern eines erfahrenen Defensivkämpfers.

Beispielvideo

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