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Die Legende von Gauw

Die Legende von Gauw ist eine überlieferte Geschichte aus dem Tamnan Rueh Srie (Lehrbuch der Dschungelprediger), in dem die pädagogischen Grundsätze der Pahuyuth Lehrer enthalten sind

Ein Holzkohlearbeiter (Tahnn) hatte einen jungen Sohn namens Gauw (Glas), der sich nicht mehr mit dem Beruf seiner Eltern, der Zubereitung und dem Verkauf von Holzkohle, beschäftigen und ihn fortsetzen wollte. Er wünschte sich lieber ein Jäger (Plan) zu sein, der sich im Dschungel auskennt und vor dem sich alle Tiere fürchten, weil er dachte, dadurch ein besseres Leben als mit der Holzkohle zu führen. Die Berichte und Erzählungen über die heldenhaften Geschichten von Jägern (Plan), von Besuchern und Kaufleuten, die in seinem Dorf verkehrten, faszinierten ihn sehr.

Tag ein Tag aus beschäftigte sich Gauw schließlich mehr und mehr nur noch mit diesem Gedanken. Er hörte auch nicht auf den guten Rat seiner Eltern, sondern vernachlässigte seine gewohnte Holzkohlearbeit. Bei den vorbeikommenden Kaufleuten erkundigte er sich nach dem Wohnort eines guten Jägers (Plan), um bei ihm in die Lehre zu gehen und Schüler zu werden. Doch bislang hatte Gauw keinen Erfolg gehabt. Die zufällig in sein Dorf kommenden Jäger waren überwiegend alt und gebrechlich, oder machten auch sonst keinen guten Eindruck auf ihn. Was ihm fehlte, war die Gestalt eines hervorragenden Jägers, den er als seinen zukünftigen Lehrer ansprechen würde. Die Kaufleute erzählten nur, dass sie manchmal durch Zufall einen Jäger (Plan) im Dschungel antrafen, der ihnen Dschungelwerkzeug oder Fleisch verkaufte. Sie versprachen Gauw, für den Fall, dass sie einen guten Jäger treffen würden, ihn nach seinem Wohnsitz zu fragen, um ihm Bescheid sagen zu können. Würde eines Tages der richtige Jäger in seinem Dorf erscheinen, so wäre seine Hoffnung erfüllt. Deshalb sollte er nicht aufgeben und weiter Ausschau halten.

Eines Tages erfuhr Gauw dann von einem Kaufmann, der aus Mitleid über sein Warten ihm eine gute Nachricht überbrachte, dass sich nördlich von seinem Dorf, im Dschungel, in der Nähe einer Flussmündung, ein Dschungelprediger (Rueh Srie) in einem selbstgebauten Tempel (Sala) niedergelassen hatte. Der Dschungelprediger galt als Heiler und Ratgeber, der von den Jägern und sonstigen im Dschungel verkehrenden gelegentlich aufgesucht wurde, um Hilfe, Heilkräuter und magisches Zeug zu erhalten. Der junge Gauw sollte zu ihm gehen, denn es wäre der einzige Weg zu seinem ersehnten Jägerlehrer zu kommen. Der Kaufmann erzählte, dass er schon dagewesen sei und dem Rueh Srie von ihm erzählt habe, und dass er nichts dagegen hätte. Das einzige Anliegen des Rueh Srie wäre, dass der junge Gauw sich selbst um seine Sache kümmern solle, so wie er selbst jeden Tag zum Klo geht.

Der junge Gauw war außer sich vor Freude über diese Nachricht und bereitete sich sofort darauf vor, sich auf den Weg zu dem Rueh Srie zu machen. Er nahm für den Jäger einen großen Sack mit Holzkohle aus dem Bestand seiner Eltern als Aufwandsentschädigung für seinen Unterricht mit. Für den Rueh Srie nahm er als Zeichen seiner guten Manieren, und zum Zwecke seiner Gefälligkeit, eine gebratene Mahlzeit aus gekochtem Klebreis mit salzig getrocknetem Rindfleisch und eine junge Kokosnuss mit ihrem duftigen Saft mit. Für sich selbst nahm er einen Proviant mit, der für ca. sieben Tage ausreichte, und den er in seinem Gepäck verstaute. Für den Transport der Sachen und zum späteren Ausschlachten als Nahrung bei dem Jäger, nahm er eine alte Kuh (Vau), die nicht mehr in der Landwirtschaft gebraucht wurde, die er bei einem Nachbarn gegen ein paar Säcke mit Holzkohle eintauschte.

Am nächsten Tag bei Anbruch des Morgens lagerte er seine Sachen dann auf der Kuh, verabschiedete sich von seinen Eltern und versprach ihnen zurückzukommen, wenn er ein Jäger geworden war. Anschließend brach er in nördliche Richtung zu dem Rueh Srie auf.

Nang Maih (Baumgöttin)

Der Weg entpuppt sich als weiter und schwieriger als der Kaufmann es geschildert hatte und der junge Gauw, der noch nie zuvor im Dschungel gewesen war, empfand es als sehr unheimlich und gefährlich. Er konnte seinen zurückgelegten Weg, durch die Unkenntnis der Spuren und der Umgebung, nicht mehr erkennen. Er wusste nicht, welche Pflanzen und welches Obst er als Nahrung zu sich nehmen konnte, denn er hatte solcher Art nie zuvor zu Gesicht bekommen. Das wenige bisschen Gras, das seine Kuh hin und wieder zu sich nahm, konnte er für sich selbst nicht als Nahrung verwenden.

Es erwies sich ebenfalls als mühsam, die Kuh durch den Dschungel zu ziehen, denn entweder waren die Bäume so dicht nebeneinander gewachsen, dass kein Durchkommen möglich schien oder die Kuh verweigerte es mit ihm über den Berg zu gehen. Der Proviant den er bei sich hatte, war gänzlich aufgebraucht, und es waren nur noch die Gefälligkeitsgaben für den Rueh Srie übrig. Doch sie konnte er nicht anrühren, denn wenn er ohne sie zu ihm käme, könnte der Weg und die ganze Mühe umsonst gewesen sein. Die Kuh konnte er auch nicht schlachten, da er nicht wusste wie man das macht, was ihm ja erst von dem Jäger gezeigt werden sollte. Er wusste auch nicht, wie weit es noch bis zu dem Rueh Srie war und wann er dort ankommen würde, obwohl er sich in die richtige Richtung, der Beschreibung nach, an dem Fluss orientiert hatte.

Während einer Nacht die er im Dschungel verbrachte, nachdem er bereits tagelang nichts mehr gegessen hatte, legte er sich sehr erschöpft und hungrig an einen Tohn Mahkarmm (Tamarindenbaum) und schlief ein, wobei er vergaß, die Kuh fest an einen Baum zu binden. Er träumte, dass eine Baumgöttin (Nang Maih) aus dem Baum herauskam und vor ihm erschien. Sie lächelte und sagte: ” Lieber Gauw, was du in deinen Säcken hast ist Gold, das durch die Holzkohle verdeckt ist. Wenn du es richtigmachen würdest, gingen alle deine Wünsche in Erfüllung. Der Jäger hat schon alles was er benötigt, um Gold zu machen. Er braucht es nicht mehr von dir zu bekommen.” Anschließend löste sie sich wieder auf und verschwand in dem Baum. Der junge Gauw erschrak und wachte auf. Das Wort der Nang Maih klang noch in seinen Ohren, wobei er nach seiner Kuh schaute. Er bemerkte, dass die Kuh verschwunden war und mit ihr das gesamte Gepäck. Er stand auf und stellte dabei fest, dass eine Holzkohle von seinem Körper heruntergefallen war.

Er konnte die ganze Situation noch nicht richtig erfassen und deuten. Der Traum, die verschwundene Kuh und die eine Holzkohle. Nach einigen Augenblicken kam er richtig zu sich und fing an zu überlegen, wie er die Kuh und seine anderen Sachen wiederbekommen könne. Er suchte nach der Spur der Kuh, um festzustellen, in welche Richtung sie gegangen war. Er freute sich, als er weitere Holzkohlestücke auf dem Boden fand und seine Hoffnung die Kuh wiederzufinden wuchs. Er verfolgte die Spur und sammelte die Holzkohlestücken ein. Dabei dachte er, dass die Kuh wahrscheinlich nicht von irgendjemandem mitgeschleppt worden war, sondern dass sie sich von alleine auf Nahrungssuche begeben hatte, wobei durch ihr beschädigtes Gepäck, die Holzkohle herabgefallen war. Bald, so dachte er, würde er die Kuh wiedergefunden haben, und seinen Weg zu dem Rueh Srie fortsetzen können.

Rueh Srie (Dschungelprediger)

Am späten Nachmittag, als Gauw gerade einen Flussbogen passierte, sah er eine Flussmündung, und direkt daneben einen kleinen Tempel (Sala). Jetzt war er zwar an seinem Ziel angekommen, doch hatte er weder die Kuh noch sein Gepäck dabei. Dennoch entschloss er sich gleich zu dem Sala zu gehen, so wie er es ursprünglich vorgehabt hatte. Vielleicht, so dachte er, könnte er dort etwas über die Kuh und ihre Ladung erfahren. Für den Notfall konnte er ja selbst neue Holzkohle für den Jäger machen, schließlich war er ja mit dieser Arbeit aufgewachsen. Er war sehr erschöpft und müde, und dachte in dem Tempel übernachten zu können. Somit machte er sich sofort in Richtung Tempel auf den Weg und ging auf ihn zu.

Als der junge Gauw am Tempel angekommen war, sah er, dass seine Kuh mitsamt seinem Gepäck, an einem Baum neben dem Tempel angebunden war. In dem Tempel selbst saß nur der Rueh Srie und meditierte. Sonst war kein anderes Lebewesen zu sehen. Er stellte fest, dass sich das Mahl, welches er für den Rueh Srie mitgenommen hatte, noch unangetastet in seinem Gepäck befand, und der Sack mit den Holzkohlen noch halb voll war. Er war so hungrig und erschöpft, dass er nicht einmal bemerkte, dass der Sack mit den Holzkohlen unbeschädigt war. Sein Hunger war so überwältigend, dass er nur noch das als Gefälligkeit gedachte Mahl aus seinem Gepäck herausriss, und alles aufaß. Die Müdigkeit nach dem langersehnten Mahl war so groß, dass er danach auf der Stelle einschlief. Am nächsten Morgen erwachte der junge Gauw durch die aufgehende Sonne, die ihn blendete. Im Tal sah er seine Kuh, die sich dort auf einer Wiese weidete. Der Tempel war leer und der Rueh Srie verschwunden. Seine Sachen lagen vor ihm auf dem Boden. Neben ihm stand eine Schale mit verschiedenen Obstsorten und ein Gefäß mit Wasser (Kahnn Nahm). Er traute sich jedoch nichts davon anzurühren, weil er dachte, dass die Sachen vielleicht von jemandem für den Rueh Srie mitgebracht worden waren. Wenn er es einfach genommen hätte, so würde dies nicht nur seine schlechte Erziehung, sondern auch einen Missbrauch von Gaben an Heilige bedeuten. Gestern hatte er schon das Mahl, das er eigenhändig für ihn mitgebracht hatte, aufgegessen, was schlimm genug war. Noch einmal konnte er das nicht wagen.

Um einen besseren Eindruck auf den Rueh Srie zu machen, entschloss er sich, sich während des Wartens im Tempel ein wenig nützlich zu machen. Er fegte das Tempelgelände, brachte die herumliegenden Sachen in Ordnung und füllte den Wasserbehälter auf. Danach ging er ins Tal hinunter, um seine Kuh zu holen. Als er mit der Kuh zurückkam, sah er den Rueh Srie wieder in Meditationsstellung im Tempel sitzen. Neben ihm saß der Kaufmann, der ihn hierhergeschickt hatte. Gauw band seine Kuh an einem Baum fest, begrüßte erfreut den Kaufmann, und erzählte ihm von seinen bisherigen Erlebnissen.

Der Kaufmann lächelte und sagte ihm, dass alles im Leben seinen Preis habe, den derjenige, der ihn bezahlt und nicht derjenige, der ihn erhält, bestimmen kann. Er wolle ein Jäger werden, dann solle er sich auch so wie sein Schüler verhalten. Der Dschungel ist das Zuhause eines Jägers wie auch das eines Rueh Srie. Um die im Dschungel lebenden Tiere zu finden und zu jagen, muss sich der Jäger im Dschungel auskennen. Deshalb solle der junge Gauw hier bei dem Rueh Srie auf ihn warten und ihm bis zu seinem Erscheinen begleiten, um so schon im Vorfeld Informationen über das Leben im Dschungel zu erhalten. Das Essen das er vorgefunden hatte, könne er ruhig aufessen, denn es wäre für ihn bestimmt gewesen. Er solle dem Rueh Srie keine Gespräche aufdrängen, da er sowieso keine Antworten erhalten würde. Lieber solle er warten, bis er ihn von selbst anspräche, dann würde sich schon alles aufklären.

Der junge Gauw ließ durch den Kaufmann liebe Grüße an seine Eltern bestellen, bevor dieser sich verabschiedete und wieder auf den Weg machte. Nachdem der Kaufmann gegangen war, dachte Gauw über seine Worte nach und beschloss, alle seine Ratschläge zu befolgen. Dann legte er sich hin und schlief ein.

Lugsidt Gauw

Die Tage mit dem Rueh Srie verliefen so, dass Gauw das Dschungelwissen aufnahm ohne es in Frage zu stellen oder zu kommentieren. Der Rueh Srie machte ihm die Dinge vor oder stellte ihm bestimmte Arten von Aufgaben, die er selbständig löste. Der Rueh Srie bewegte sich im Wald sehr schnell, so dass der junge Gauw Schwierigkeiten hatte ihm zu folgen und ihn aus den Augen verlor. Stufenweise hinterließ der Rueh Srie also bestimmte Spuren, so dass Gauw ihn schließlich schnell wiederfinden konnte. Zur Belohnung erhielt er zum Abendmahl immer neue Obst – und Gemüsearten, was letztlich auch sein Überleben im Dschungel immer sicherer machte.

Bald hatte er so viel gelernt, dass er sich seine eigene Mahlzeit zubereiten konnte. Mit seiner Kenntnis über die Holzkohle sorgte er dafür, dass es im Tempel immer warm war, und er sorgte auch für warme Mahlzeiten, so dass sie es zur Nacht beide gemütlich hatten. Weiterhin erledigte er auch all die anderen Arbeiten, die der Tempelhaushalt mit sich brachte. Er verfolgte alle Lebensgewohnheiten der Tiere hautnah mit. So kannte er ihre Aufenthaltsorte, konnte ihre Spuren lesen, und wusste über die Charakterstärken und Schwächen Bescheid. Er lernte zwischen Nutztieren wie seiner Kuh, und Freiwild zu unterscheiden. Im Dschungel fand er verschiedenartige Fallen, mit denen man die Tiere fangen konnte, und er erlebte das Leiden von in Fallen geratenen Tieren, bzw. die Amputation mit. Die Behandlung der Tiere, die von dem Rueh Srie aus dem Dschungel mitgebracht wurden, konnte er bereits selbst vornehmen. Er hatte alles über die Tiere von dem Rueh Srie gelernt, außer dem Töten selbst, obwohl er bislang immer noch keinem Jäger begegnet war.

Manchmal kamen Leute zu dem Rueh Srie, um sich von ihm heilen zu las- sen. Immer wieder kam es vor, dass der junge Gauw diese Tätigkeit übernahm, weil der Rueh Srie sich gerade in Meditation befand. Da er der einzige war, der sich dort aufhielt, und weil seine Behandlungen erfolgreich waren, hielten ihn die Leute für seinen Schüler, obwohl er bislang immer noch kein Wort mit ihm gesprochen hatte. Eigentlich hatte er anstelle von einem Dschungelprediger, Jäger werden wollen, und hatte nur auf einen geeigneten Lehrer gewartet.

Eines Tages kam der Kaufmann zum Tempel, um den Rueh Srie zu besuchen. Er brachte viele köstliche Gefälligkeitsgaben von Gauws Eltern mit und erzählte, dass im Dorf von Gauws Eltern viele Menschen von einer umherirrenden Tigerbande überfallen wurden und ums Leben gekommen seien. Auch mehrere bereits angeheuerte Jäger wären nicht mit ihr fertig geworden, und es hätte auch ihr Leben gekostet. Die Dorfbewohner suchten nun nach einem besseren Jäger, der die Ruhe wiederherstellen könne. Dafür wären sie bereit alles zu geben. Plötzlich, zum ersten Mal in der ganzen Zeit, sprach der Rueh Srie den jungen Gauw an:

„Gauw, willst du nicht zu deinen Eltern gehen und sie vor der Gefahr bewahren?”

Der Junge war sprachlos, denn das der Rueh Srie gerade jetzt mit ihm sprach, hatte er nicht erwartet. Zumal er schon besorgt genug von der Nachricht des Kaufmanns über seine Eltern war. Der Rueh Srie sprach weiter:

„Gauw, du sollst gehen. Dort wirst du auch den besten Jäger treffen. Hierher wird er vorerst nicht mehr kommen, denn dort wird er dringender gebraucht.”

Obwohl der junge Gauw das alles nicht so ganz verstand, verabschiedete er sich mit Freude, denn endlich würde er den besten Jäger treffen, nahm seine Kuh und machte sich auf den Weg.

 

Plan Gauw

Unterwegs hatte Gauw die Idee, zwei Dinge auf einmal in Erfüllung gehen zu lassen. Er wollte auf dem Weg die Tigerbande fangen, und sie als Geschenk für seine Eltern und für den besten Jäger, den er dort ja zu treffen hoffte, mitbringen, um zu zeigen was er schon alles gelernt hatte.

Die Tiger zu fangen war für ihn keine große Mühe mehr, gerade da er ja jetzt die Kuh bei sich hatte. Er machte einen Umweg und baute mit dem Wissen, das er von dem Rueh Srie gelernt hatte, mehrere Käfige. Mit seiner Kuh als Köder konnte er dann alle Tiger gefangen nehmen. Anschließend baute er noch einen Wagen (Gwien), und lud die Käfige mit den Tigern auf. Seine Kuh spannte er davor und ließ sich durch sie ins Dorf hineinziehen.

Alle Dorfbewohner waren in Aufregung und Freude, als der Junge mit den Tigern in den Käfigen in das Dorf hineinfuhr. Sie liefen um ihn herum und begleiteten ihn zu seinem Elternhaus. Seine Eltern waren vor Freude außer sich und umarmten ihn herzlich. Sie fragten ihn, wie er diese Leistung bloß vollbracht haben konnte und was nun geschehen solle.

Alle Dorfbewohner waren in Aufregung und Freude, als der Junge mit den Tigern in den Käfigen in das Dorf hineinfuhr. Sie liefen um ihn herum und begleiteten ihn zu seinem Elternhaus. Seine Eltern waren vor Freude außer sich und umarmten ihn herzlich. Sie fragten ihn, wie er diese Leistung bloß vollbracht haben konnte und was nun geschehen solle.

So half er in der Zwischenzeit seinen Eltern bei der Holzkohlezubereitung und kümmerte sich um die Tiger und die Kuh. Mit dem Wissen das er von dem Rueh Srie erworben hatte, konnte er gute Bäume für die Holzkohle aussuchen. Demzufolge galt seine Ware schon nach kurzer Zeit als die beste Qualität in der Umgebung, und verschaffte ihm viele Einnahmen. Die Zeit verging, und mit dem Holzkohlegeschäft war er zu Reichtum gelangt, während er immer noch vergeblich auf den besten Jäger wartete.

So entschloss er sich eines Tages den Rueh Srie zu besuchen und bis zum Eintreffen des besten Jägers, die Tiger in seiner Obhut zu lassen. Zu dem Rueh Srie zu gelangen, war diesmal sehr einfach für ihn. Weder hatte er zu fürchten, dass er verhungerte, noch verirrte er sich auf seinem Weg. Der Rueh Srie grüßte ihn freundlich bei seiner Ankunft und bat ihn Platz zu nehmen. Nachdem er ihm erzählt hatte, was sich seit seinem letzten Weggehen ereignet hatte, erörterte er ihm sein Anliegen, dass er die Tiger bei ihm lassen wolle, bis er den Jäger gefunden hatte und sie übergeben könne. Als der Rueh Srie das hörte, fing er an zu lachen und fragte:

„Wer ist der beste Schüler eines Jägers? Der, der mit dem Jägerwissen die beste Holzkohle zustande bringen kann oder der, der mit leeren Händen einen Tiger fängt?”

Plötzlich ging dem jungen Gauw ein Licht auf und er begriff, dass der Rueh Srie eigentlich die ganze Zeit sein Jägerlehrer gewesen war. Durch ihn hatte er gelernt, wie man die Tiger, fängt und die besten Bäume für die Holzkohle aussucht. Er beugte sich zu dem Rueh Srie vor und bat ihn wegen des Missverständnisses um Verzeihung. Die Tigerbande bot er dem Rueh Srie als Gabe seiner Dankbarkeit an. Seit dieser Geschichte ist die Gestalt des Rueh Srie immer mit den Tigern umgeben, die ihm der junge Gauw überreicht hat. Nach dem Tod der Tiger wurde dann das Symbol auf seinem Gewand übernommen.

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