was ist ein existenzkonflikt

Als Existenzkonflikt bzw. Gedankenkonflikt bezeichnet man im Saiyasart eine „Was wäre wenn?“-Fragestellung auf der nicht-körperlichen Ebene, die dem Fragenden so lange anhaftet, bis er eine Lösung des Konfliktes erzielt hat.

Wichtig ist hierbei zu verstehen, dass das Vorhandensein eines Existenzkonfliktes im Verständnis weder eine positive noch eine negative Konnotation hat. Vielmehr geht es um das Wahrnehmen und Verstehen solcher Konflikte zu Zwecken der Selbsterkenntnis.

Entstehung von Existenzkonflikten

Ein einfaches Beispiel für die Entstehung eines Existenzkonfliktes wäre die Frage, was wohl passiert wäre, wenn man ein Vanilleeis anstelle eines Schokoladeneises gegessen hätte. Die Lösung für diesen Konflikt ist naheliegend. Entweder man kauft sich ein Schokoladeneis und erlebt den Effekt den eine andere Geschmacksauswahl mit sich gebracht hätte (betroffen sein) oder man entschließt sich dazu, dass es einem egal ist und man sich lieber auf das bereits vorhandene Vanilleeis konzentriert (betrachten).

Dumm nur, wenn man sich plötzlich doch dazu durchringt ein Schokoladeneis kosten zu wollen und die Eisdiele dann geschlossen hat. In diesem Fall muss man warten bis das Geschäft wieder öffnet, um den Geschmack eines Schokoladeneises erleben zu können.

Schwieriger wird es, wenn Existenzkonflikte beispielsweise in Bezug auf Karriere oder Beziehungen (sprich: Leben, Überleben und Fortpflanzung) entstehen. Man fragt sich: Was wäre gewesen, wenn man sich für einen anderen Beruf oder einen anderen Partner entschieden hätte? Wäre das eigene Leben dann in anderen Bahnen verlaufen? Wäre es „besser“ gewesen? Wäre man „glücklicher“ oder „zufriedener“ geworden? Was wäre in diesem Fall noch alles passiert?

Ebenso wie bei dem Beispiel mit der Eissorte können diese Konflikte ebenfalls durch ein Erleben des fraglichen Zustandes (zum Beispiel durch einen Job- oder Partnerwechsel) zu Lebzeiten aufgelöst werden. Ebenso kann es jedoch auch passieren, dass die Möglichkeit einer Konfliktlösung durch ein Dahinscheiden nicht mehr gegeben ist. Der Konflikt verbleibt somit ungelöst auf der Ebene des Nichtseins, weil der zum Erleben des fraglichen Zustandes notwendige Körper als „Erlebnisvehikel“ nicht mehr gegeben ist.

Ebenso wie beim Schokoladeneis muss mit der Bearbeitung des Konflikts gewartet werden bis die sprichwörtliche Eisdiele wieder öffnet. Dieser Prozess wird in verschiedenen Lehren als Warten auf die Wiedergeburt (Reinkarnation) bezeichnet.

Hintergrund von Existenzkonflikten

Im Modell des Saiyasart geht man davon aus, dass der Ursprung aller Wesenheiten aus einer Teilung von Nichts in Nichts und Nicht-Nichts (siehe Urtext) zu Zwecken der Selbstwahrnehmung entstanden ist. Aus der Frage nach der eigenen Existenz und deren Eigenschaften entstand bzw. entsteht eine unendliche Anzahl möglicher Betrachtungswinkel (Aspekt) aus denen sich immer neue Fragestellungen und darin verschachtelte Teilfragen in Form von Existenzkonflikten ergeben.

Entsprechend geht man im Saiyasart nicht von einer bestimmten Seele aus, die nach dem Ableben auf für eine Betrachtung notwendige Gelegenheit durch Reinkarnation wartet. Stattdessen wird das Individuum (siehe Definitionseinheit) als eine einzigartigen Ansammlung zu bearbeitender Existenzkonflikte beschrieben, die innerhalb einer bestimmten Existenzkoordinate einen Teilaspekt der Selbstwahrnehmung vollbringen.

Gelingt dies nicht (zum Beispiel durch ein vorzeitiges Ableben), kann dies zur Entstehung einer Magischen Gestalt oder zu einem neuen Betrachtungsanlauf zur Lösung des noch verbliebenen Teilkonfliktes unter ähnlichen Bedingungen führen. Diesen Prozess bezeichnet man als Reinkarnation.

Lösung von Existenzkonflikten

In vielen Lehren wird ein Durchbrechen des Rades der Reinkarnation durch Erleuchtung oder ähnliche Methoden angestrebt. Im Verständnis des Saiyasart erfolgt dies mehr oder minder automatisch durch eine erfolgreiche Bearbeitung der jeweiligen Existenzkonflikt-Fragestellungen durch Wahrnehmung und Erleben in der Gegenwart (Betrachten im Hier und Jetzt).

Die Entstehung von neuen Existenzkonflikten (vgl. Subroutinen in Computerprogrammen) erfolgt wiederum durch eine aktive Wunscherzeugung (Betroffen sein) in Bezug auf die Vergangenheit oder die Zukunft („Was wäre, wenn ich ein Schokoladeneis genommen hätte?? bzw. „Was wäre wenn ich nächstes mal ein Schokoladeneis esse?“).

Der Wunsch nach einer Vermeidung von Konfliktgründen führte in verschiedenen Lehren zu beispielsweise Stille-Meditationen (wer nichts denkt, kann auch keine neuen Konflikte erzeugen) oder zur Empfehlung weltlichen Dingen zu entsagen bzw. sich im Loslassen zu üben.

Existenzkonflikte in der Heilkunde

In der traditionellen Freikämpfer-Heilkunde werden Existenzkonflikte als krankheitsverursachend angesehen. Die bewusste oder unbewusste Beschäftigung mit gedanklichen Konflikten wirkt sich zwangsläufig auf das Zentrale Nervensystem aus. Die vom ZNS ausgesendeten Impulse können wiederum zu verschiedenen Erkrankungen im gesamten Körper führen.